Sicherheitsabstände einhalten!

Um nicht ins Blaue hinein zu mischen, benötigt man einen Referenzpegel mit genug Headroom, damit Platz für verschiedene Bearbeitungsschritte wie Kompression, EQ oder harmonische Verzerrung vorhanden ist.

Richtig messen – Trau keiner DAW!

Viele DAWs arbeiten mit Peak-Metering, d. h. es werden v. a. kurze Pegelspitzen (Transienten) angezeigt. Diese Art der Pegelmessung ist allerdings nicht aussagekräfitg, um die „Lautheit“ eines Signals zu erfassen. Insbesondere bei unkomprimierten Rohaufnahmen können zwischen „Spitzen“ und „Körper“ eines Signals beachtliche Unterschiede liegen. Um den Pegel besser beurteilen zu können, benötigt man ein Messinstrument, das Auskunft über die durchschnittliche Lautstärke gibt. Hier kann ein sog. VU-Meter Abhilfe verschaffen: Das VU-Meter reagiert träger als ein Peak-Meter und entspricht damit mehr dem menschlichen Gehör. VU-Meter gibt es als Plugins z. T. auch kostenlos oder gegen eine kleine freiwillige Spende.

 

Richtig pegeln – die Mühe lohnt sich!

Beim Aussteuern sollte der Signalweg optimal genutzt werden. Dabei geht es im Prinzip um zwei Dinge:

  1. Rauschabstand: Das Signal sollte so laut wie möglich sein, um potentielles (Eigen-)Rauschen der Bestandteile des Signalwegs zu übertönen (jedes Glied in einer Signalkette fügt je nach Bauqualität etwas Rauschen hinzu).
  2. Headroom: Man sollte aber trotzdem ein wenig Platz lassen, um in jedem Fall zu verhindern, dass Geräte im Signalweg oder das Signal selbst durch Verzerrungen beschädigt werden.

In analogen Geräten wie Mischpulten beträgt der Headroom meist 20 dB (bzw. 18 dB – eine ganze Menge!). Das ist auch gut so, denn so gibt es live ein bisschen Puffer falls z. B. der Drummer während des Konzerts plötzlich deutlich lauter spielt als beim Soundcheck.
Im Rechner gibt es diesen Headroom allerdings nicht. Die 0 dB-Marke der DAW ist die Obergrenze (deshalb spricht man auch von 0 dB Fullscale). Gelangt ein Signal darüber so kann es nicht mehr korrekt dargestellt werden und es kommt zu hörbaren Verzerrungen.

Um dem entgegenzuwirken, muss man sich in der DAW den Headroom selber basteln. Dafür müssen einfach 20 dB abgezogen werden und man erreicht den Referenzpegel -20 dB(FS). Auf das VU-Meter übertragen bedeutet dies: Die 0-Position des VU-Meters entspricht -20dB(FS).

Mit einem Trim-Plugin lassen sich nun alle Signale auf die optimale Lautstärke einstellen. Das interessante ist, dass der Mix dann meistens schon ganz ordentlich klingt. Jetzt kann mit EQ und Kompressor entspannt die Mischung verfeinert werden.

 

Lauter machen

Bei einer solchen Aussteuerung müssen viele Signale u. U deutlich reduziert werden. So sind z. b. viele Soft Synth Presets häufig viel zu laut eingestellt. Klingt die Mischung zu leise, dreht man einfach die Boxen auf. Bei all dem Aufwand, gilt es das Ziel nicht zu vergessen: Eine klare Referenz schaffen, um sicher Entscheidungen im Mix treffen zu können.

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